Die große Montessori Arbeit

Die große Montessori Arbeit

„Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass es mich tun und ich begreife!“ Konfuzius

 

Unter diesem Motto steht nicht nur der praktische Ansatz der Montessori-Pädagogik, sondern auch die alljährliche Präsentation der „Großen Arbeit“ für die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Montessori Schule in Dinkelscherben. Diese „Große Arbeit“ ist eine Facharbeit, die Teil des Montessorischulabschlusses ist, bei dem die SchülerInnen mithilfe eines selbst gewählten Mentors fast das ganze Schuljahr Zeit haben, etwas zu erschaffen. Sei es ein Möbel, ein Buch, ein Kleidungsstück oder etwas Technisches. Die Herstellung wird mithilfe von Fotos und Text dokumentiert. Das Finale ist dann die Präsentation vor internem und externem Publikum.

 

Der große Tag, vergangenen Freitag: Nun war er endlich da. Man spürte die Aufregung im Pfarrsaal. Das Licht erhellte die Bühne. Vor dieser, in der ersten Reihe, saßen die Juroren – Vertreter aus dem öffentlichen Leben und der Wirtschaft, dahinter die Angehörigen und die PädagogInnen. Die Spannung und Aufregung knisterte und der eine oder die andere hinter der Bühne fragte sich bestimmt: „Werde ich es schaffen?“, und „Werde ich alles gut machen?“.

 

Dann ging es los: Die SchülerInnen erklärten einzeln am Mikrofon, von oben auf der großen Bühne stehend, wie sie zu ihrer Idee kamen, wer ihre Mentoren waren, welches Material sie benutzten, wie sie die einzelnen Arbeitsschritte umsetzten, welchen Zeit- und Kostenaufwand sie damit hatten und wie sie selbst, mit der Durchführung des Projekts zurechtkamen. Das Publikum konnte nur staunen über all den Ideenreichtum, die Kreativität und das Durchhaltevermögen. Da gab es Bücher, eine Tasche, ein T-Shirt, nachhaltige Möbel aus Paletten oder anderen Materialien, ein Tisch aus Walnussholz und Epoxidharz, ein Hochbeet, eine Überdachung für den Holzofen und sogar ein wassergekühlter PC war dabei. Viel Applaus rauschte durch die Räume des Pfarrsaals. Alle SchülerInnen sprachen ihren großen Dank aus.  Insbesondere an ihre MentorInnen und Eltern, die an sie glaubten und immer wieder motivierten, weiterzumachen. Bei diesem Punkt freuten sich strahlende Gesichter im ganzen Raum. Das eine oder andere Taschentuch raschelte.

 

Auch die Moderation und die Technik wurde Montessori-typisch von SchülerInnen übernommen. Nach den Präsentationen erhielten die Gäste noch die Möglichkeit, mit den SchülerInnen zu sprechen, Fragen zu stellen, sich die Arbeiten aus der Nähe anzuschauen oder einfach nur zu gratulieren.

 

Ein wirklich gelungener Tag und ein Einblick in die selbstbestimmte und praktische Herangehensweise in Montessori-Schulen.

 

Susann Müller

für den Montessori Campus Dinkelscherben