Ein Therapiehund für unsere Schule, die Montessori Schule Dinkelscherben

Es liegt viel Schnee, als sieben Schüler und vier Betreuer zur Memminger-Hütte hochwandern. Sie laufen den Weitwanderweg E5, von Oberstdorf nach Meran. Es ist ziemlich anstrengend und die Schritte werden immer schwerer je näher man der Hütte kommt. Mitten in der kleinen Karawane läuft Meru. Leichtfüßig und schnell springt er den Weg hinauf, trotz der Taschen auf dem Rücken, in denen er sein eigenes Futter mitträgt.

 

Der Unterschied: Meru ist ein Hund, genauer gesagt ein Weißer Schweizer Schäferhund und gehört eigentlich unserem Lehrer Herrn Kretschmann. Er ist aber auch der Schulhund der Montessori Schule Dinkelscherben und jede Woche regelmäßig bei uns, auf dem Pausenhof sowie auch im Unterricht. Dort bekommt er jede Menge Streicheleinheiten, darf uns beim Englisch lernen zusehen und draußen mit uns Schülern Ball und Fangen spielen.

 

Doch Meru hat auch schon selbst die Schulbank gedrückt: Er absolvierte eine einjährige Ausbildung zum Therapie-Begleithund. Diese hat er mit Bravour bestanden und findet jetzt neben unserer Schule auch in der Hospizarbeit Einsatz.

 

Außerdem ist Meru ein richtiger Abenteuerhund. Wie schon erzählt, kommt er jedes Jahr mit auf den Alpencross, wenn die 8. Klässler den E5 laufen. Er fährt auch mit auf die Kanutour, einer einwöchigen Fahrt auf der Naab in Richtung Regensburg. Die Kanus und Paddel werden zuvor selber gebaut und gestaltet, die Kanus nach der Tour verkauft. Meru hat auch hier viel Spaß, da er das Wasser liebt und auch in den schaukligen Kanus vollkommen ruhig und still liegen kann. Er half auch beim Bau unseres Hühnerhauses aus alten Reifen und anderen „Müll“- Materialien, indem er schöne Löcher in den Sandhaufen buddelte und für Spaß sorgte, als er dem Wasserschlauch nachjagte.

 

Ja, wir haben echt viel Spaß und Glück mit ihm und freuen uns immer wieder, wenn er an unserer Schule ist. Ein Schüler hat einmal zu Herrn Kretschmann gesagt: „Meru hat eine große Portion Glück an unsere Schule gebracht!“ Und das denken alle.

 

 

Miriam N. für die 7. bis 10. Klasse



Die „Tier-WG“ auf dem Campus Häder

Ressourcenschonend, umweltfreundlich, nachhaltig, kostengünstig, experimentell, innovativ, spektakulär, einmalig in Deutschland, zukunftsweisend, mit möglichst wenig fremder Hilfe zu realisieren, …

 

All das soll sie sein, unsere „Tier-WG“, die wir auf dem Gelände des Campus Häder der Montessori-Schule Dinkelscherben bauen wollen. 2017 entstand des erste von drei turmartigen Gebäuden, das unsere Hühnerzucht ermöglicht. Wir möchten einen Beitrag zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse „Augsburger Huhn“ leisten, die wir an unserer Schule halten. Für die Zucht war jedoch ein begehbarer Stall nötig.

 

Die Idee mit Material zu arbeiten, das nahezu kostenfrei zur Verfügung steht, hat für ein Bauvorhaben, bei dem sehr beschränkte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sicherlich schon einmal einen gewissen Charme. Alte Autoreifen kann man gegen Abholung kostenfrei bekommen, die zur Befüllung benötigte Erde liegt bereits auf dem Gelände bereit. Maschinen werden nur relativ wenige gebraucht, stattdessen viele helfende Hände, die auch Laien gehören dürfen.

 

Die Reifen werden mit Erde befüllt, die komprimiert wird, bis die Reifen hart und schwer werden. Überlappend verbaut bilden die Reifen aufgrund ihrer großen Auflagefläche und ihres Gewichtes eine sehr stabile Mauer.

 

Die Dachkonstruktion ist eine Drahtkuppel, in die aus bunten Glasflaschen erstellte Bottlebricks integriert werden, mit denen interessante Lichteffekte erreicht werden können.

Die optische Gestaltung lässt viele kreative Lösungen zu.


Für die Arbeit mit Schülern bietet sich die Bauweise unter anderem auch deshalb an, weil sie viele pädagogische Ansätze bietet. Es müssen keine Fremdfirmen beauftragt werden. Das Stapeln und Befüllen der Reifen ist eine Arbeit, die keine besonderen Vorkenntnisse der Schüler verlangt. Die Investitionen in das benötigte Werkzeug halten sich in Grenzen. Teamwork ist hier gefragt. Die Identifikation mit dem Projekt ist schon in der Planungsphase hoch. Es entspricht den Jugendlichen in dieser Altersphase unkonventionell vorzugehen und etwas wirklich Besonderes zu schaffen. Vermutlich gibt es deutschlandweit kein vergleichbares Projekt. Unsere Umsetzung des Erdkinderplans ist bereits einmalig und hier bietet sich eine weitere Gelegenheit auf unsere Schule aufmerksam zu machen. Das ist uns auch bereits durch einen Beitrag des Fernsehsenders atv gelungen, der das Projekt in seiner Sendung „Land und Leute“ vom 1.5.2017 vorgestellt hat.

 

In Kreßberg  bei Schwäbisch Hall steht Deutschlands erstes und bisher einziges Earthship-Gebäude nach den Plänen von Michael Reynolds. In diesem Null-Energie-Haus besteht die Rückwand ebenso aus Altreifen und es wurden Glasflaschen eingearbeitet.

Wir hatten die Gelegenheit das Gebäude zu besichtigen und können nach Planungsgesprächen auf eine Zusammenarbeit mit kompetenter Unterstützung setzen. Denn Experten in dieser ungewöhnlichen Bauweise sind rar.


Im bitterarmen und häufig von Erdbeben erschütterten Kolumbien hat die Umweltaktivistin Alexandra Posada die Bauweise mit Altreifen als kostengünstiges und erdbebensicheres Bauen etabliert.

 

Auch unsere Partnerschule in Tibet ist ständig von Erdbeben bedroht. Die tibetischen Nomaden kennen bislang keine erdbebensichere Bauweise. Die aufwändige Technik mit Holz und sehr massiven Betonfundamenten, wie sie zum Beispiel im technisch hochentwickelten Japan angewandt wird, können sich die Tibeter nicht leisten. Nicht recycelte Altreifen stellen aber in allen Entwicklungsländern ein Umweltproblem dar. Deshalb würde sich anbieten wie in Kolumbien auch in Tibet die Chancen zu nutzen. Uns schwebt ein Know-How-Transfer nach Tibet vor, nachdem wir unsere Erfahrungen mit dem innovativen Baustoff gemacht haben. Damit übernehmen wir mit unseren Schülerinnen und Schülern ein Stück weit Verantwortung für die Probleme unserer globalisierten Welt. Unsere Jugendlichen, als die Generation von morgen, identifizieren sich stark mit dieser Aufgabe.

 

Lasst uns miteinander Gummi geben!

Sebastian Kretschmann



„Parlez-vous francais?“ – „Mais oui!“

Seit vielen Jahren hat sich Französisch als zweite Fremdsprache an der Montessorischule Dinkelscherben etabliert. Ab der 7. Klasse können die Schülerinnen und Schüler das Wahlfach Französisch belegen und in kleiner Lerngruppe Basiskenntnisse in der Fremdsprache erwerben. Französisch gehört zu den wichtigsten Weltsprachen, wird es doch nicht nur in  unserem Nachbarland Frankreich gesprochen, das Deutschlands wichtigster Partner in der EU ist, sondern auch in Luxemburg, Teilen der Schweiz, Belgiens und Kanadas, auf Haiti und Madagaskar sowie in vielen afrikanischen Ländern als Haupt- oder Nebensprache.

 

Im letzten Schuljahr legten zwei Schülerinnen als externe Prüflinge an der Realschule Krumbach mit sehr großem Erfolg die international anerkannte Delf A1-Prüfung ab.

 

Auf den erworbenen Basiskenntnissen lässt sich später zum Beispiel im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes hervorragend aufbauen, wenn auf dem weiteren Lern- und Lebensweg Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache gefordert werden. Oder man hat einfach Freude daran seine Fremdsprachenkenntnisse im Urlaub anbringen zu können und damit den Menschen im Urlaubsland näher zu kommen.

 

Eines ist sicher: Fremdsprachenkenntnisse erweitern den Horizont!

 

Sebastian Kretschmann

 

 


Upcycling goes on...

Die Idee des Upcyclings, die eine Grundlage unseres Reifenhauses war, treibt am Campus Häder im Rahmen des Erdkinderplans neue Blüten. Dank vieler Spenden von alten Ski und Snowboards konnte unser Schulschreiner David Schmuttermair mit den Schülern aus der Instandhaltungsgruppe attraktive, wetterfeste, komfortable, originelle, … einfach geniale Sitzbänke bauen, die in den Pausen von den Schülern begeistert angenommen werden.

 

Ski und Snowboards sind aufgrund des Materialmixes nicht zu recyceln und gleichzeitig ein wertvoller Baustoff. Die Flexibilität des Materials macht sie komfortabel, die Beschichtung wetterfest, die Optik originell. Die Ergebnisse lassen sich sehen und sitzen! Die Arbeit zeigt unseren Schülern, dass es Sinn macht unkonventionell zu denken und ressourcenschonend zu produzieren. Sie sind berechtigt stolz auf ihre wegweisenden Skibänke. Vielleicht erkennen Sie ja beim nächsten Besuch Ihre alten Bretter im neuen Einsatzbereich? Vielen Dank für die Spenden!

Sebastian Kretschmann



3 Länder, 6 Tage, 120 Kilometer, 7.000 Höhenmeter

 

Das sind die Eckdaten der Alpenüberquerung, die Schülerinnen und Schüler unserer Schule nun schon seit über 10 Jahren jedes Jahr unter die Sohlen ihrer Bergstiefel nehmen. Von Deutschland durch Tirol bis nach Italien. Der Ausgangspunkt ist Oberstdorf, die südlichste Gemeinde Deutschlands, das Ziel ist der Stausee von Vernagt oberhalb von Meran in Südtirol/Italien. Dazwischen liegen nicht zu unterschätzende Strapazen, aber auch fantastische Erlebnisse.

 

Dass vom Alpencross durchaus ein gewisses „Suchtpotential“ ausgehen kann, zeigt sich auch darin, dass viele unserer Begleiter und Jugendbetreuer „Wiederholungstäter“ sind. Nach einer harten Qualitour für den Alpencross 2019 blieb nur ein kleines Häuflein mutiger Schüler, die sich Mitte September bei fantastischem Wetter auf den langen Weg machte.

 

Über die Allgäuer- und Lechtaler Alpen führte uns der E5…



...bis in die Gletscherwelt der Ötztaler Alpen...

... und schließlich an unser Ziel in Vernagt. Diesmal gab’s sogar noch eine Pizza in Meran.

 


Die Hütten für den nächsten Alpencross im Herbst 2020 waren längst gebucht, als klar wurde, dass es dieses Jahr keine Alpenüberquerung geben wird. Das Coronavirus macht uns einen Strich durch die Rechnung. Aber diejenigen Schüler, die gerne mitgegangen wären, werden bestimmt im nächsten Jahr eine Chance erhalten. Denn dann werden wir wieder die Bergstiefel schnüren.

 

Sebastian Kretschmann


Abschlussfahrt - Ein Bericht von Miriam & Anna

 

Man kann echt nicht nachvollziehen, warum manche Schüler nicht mit auf die diesjährige Abschlussfahrt der 9. und 10. Klasse gekommen sind. Schließlich war diese eine Woche unseres armseligen Schülerdaseins wirklich erlebenswert. Zum Glück war die Corona-Krise dort noch gefühlte Lichtjahre entfernt, sonst hätten wir Schüler wirklich nichts gehabt, wofür sich zur-Schule-gehen lohnt.

 

Das Ziel unserer Abschlussfahrt war die Hauptstadt von Deutschland, also…?! Wer hat in GSE einmal aufgepasst? Richtig, Berlin. Somit, wenn schon Berlin, dann könnt ihr sicher auch erraten, was wir uns als erstes angesehen haben, nach unserer Jugendherberge natürlich (die übrigens wirklich cool war, denn sie war sauber, ziemlich modern, es gab leckeres Essen, humane Frühstückszeiten, auch wenn die Tische immer hoffnungslos überfüllt waren, engagierte Mitarbeiter, und sogar eine Bar mit alkoholfreien Cocktails, nur die hässlichen Armbänder, die man als Zeichen für die Vollpension tragen musste, trübten das Image…), genau, den Bundestag. Wusstet ihr übrigens, dass der Bundestag eigentlich mehrere Gebäude umfasst, und das Bauwerk mit der Kuppel, welches viele unter Bundestag verstehen, eigentlich nur ein Teil dessen ist, nämlich der Reichstag? Tja, wir bis dahin nicht. Zum Einen waren wir im Paul-Löbe-Haus, dort gab es leckeres Mittagessen, einen tollen Ausblick, und eine interessante Konversation mit einem Mitarbeiter eines Bundestags-Abgeordneten, zum Anderen waren wir selbstverständlich auch im Reichstag. Hier gab es leider keine Debatte mitzuerleben, aber uns wurde viel über den Reichstag, den Plenarsaal und den Ablauf einer Bundestagsdebatte erzählt. Im Anschluss hatten alle Schüler ohne Höhenangst noch die Möglichkeit, die Glaskuppel zu besichtigen und den Ausblick über Berlin zu genießen. Am gleichen Abend wurden wir mit vier Großraumtaxis zum BLUEMAX-Theater kutschiert, in dem wir uns die Show der Blue Man Group Berlin ansahen. Es wurde ein Abend voller Farbe, alternativer Musik, lustigen Szenen und riesigen Luftballons, die durch die Menge hüpften, leider aber fast nie zu uns.

 

Eigentlich hatten wir generell immer genügend Shoppingzeit, unter anderem am EUROPA-Center, am Brandenburger Tor und am Alexanderplatz. An letzterem konnten einige shoppingunmotivierte Schüler auch auf den Fernsehturm fahren, um von die ein wenig wolkenverhangene Sicht auf Berlin zu genießen und Ich-sehe-was,-was-du-nicht-siehst zu spielen. Wir besuchten außerdem noch das Holocaust-Mahnmal mit dem Labyrinth aus Betonblöcken und unternahmen eine Spreefahrt rund um die Museumsinsel, den Bundestag und das Kanzleramt. An einem Abend gingen wir zudem noch ins Kino, in den Film „Nightlife“ mit Elias M’Barek, der zufälligerweise auch in Berlin spielt.

 

Auch für die Klassengemeinschaft war die Abschlussfahrt ein echter Gewinn. Am allermeisten dazu beigetragen haben mit Sicherheit die beiden Spieleabende, bei denen zwar nur die Hälfte aller Schüler anwesend war, aber diejenigen die dabei waren, hatten echt Spaß. Auch auf der Rückfahrt wurde im Zug noch UNO-UNO gespielt.

 

Wie schon gesagt, ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum einige SchülerInnen lieber zuhause bleiben wollten, anstatt eine coole Woche in Berlin zu verbringen, oder wie seht ihr das?

 

Miriam Nolte und Anna Heckeroth
für die 9. und 10. Klasse


Mathematikpodcasts

 

Im Schuljahr 2017/18 erstellte die zehnte Klasse in der Zusammenarbeit mit der Uni Augsburg Mathepodcasts zu ihrem Prüfungsstoff. Als Erstes kam der Universitätsdozent Herr Fahrner zu uns in die Klasse und sammelte mit uns die grundlegenden Ideen für die Mathepodcasts. Beim nächsten Treffen, dieses Mal mit Studenten, wurden wir in Gruppen mit einem Studenten aufgeteilt und uns wurde ein Thema zugewiesen. Wir hatten einen Tag Zeit, um zu diesem Thema ein Probevideo zu erarbeiten. Diese Videos wurden nicht bearbeitet und dienten nur der Demonstration des Projektablaufes. Anschließend sahen wir die Videos an und brachten Verbesserungsvorschläge ein.  Kurz darauf bekamen wir unsere eigentlichen Podcast-Themen und begannen mit der Planungsphase des Videos, die dieses Mal etwas länger ausfiel und sich über mehrere Treffen hinweg zog.

 

Es gab Gruppen, die sich bei ihren Themen am Aufbau des Mathe-Stark-Trainingsbuches orientierten. So entstanden eine Menge kreativer Filmideen. Die Gruppen schrieben zu ihrem Thema ein Drehbuch und bastelten die Requisiten für ihren Podcast.

Zum Beispiel wurde das Thema Wahrscheinlichkeit mit Playmobilfiguren nachgestellt. Außerdem verwendeten wir viele Montessori-Materialien, da sie sich gut zum Veranschaulichen des Prüfungsstoffes eignen.

 

Zum Drehen der Videos gingen wir alle zusammen für einen Tag ins Medienlabor der Universität Augsburg. Dort bekamen wir erstmal eine Führung durch die verschiedenen Drehorte wie zum Beispiel der Greenscreen oder ein Drehort mit einem Projektor. Die Gruppen begannen selbstständig die Szenen ihrer Videos zu drehen. Hierbei halfen uns auch Studenten unabhängig von unserem Projekt. Beim Aufteilen der Drehorte mussten wir uns absprechen, da es mehr Gruppen als Drehorte gab. In einem Tonstudio nahmen wir die Audiospur für die Videos auf. So entstanden im Laufe des Tages die Videos und alle Gruppen wurden mit ihren Projekten fertig.

 

 

Anschließend daran führte uns Herr Fahrner über das Universitätsgelände. In den nächsten Wochen wurde das Rohmaterial von den Studenten geschnitten. Als die Podcasts fertig waren kam Herr Fahrner zu uns an die Schule und präsentierte uns die fertigen Filme. Diese wurden am Tag der offenen Tür unserer Schule vorgeführt. Außerdem nahmen wir mit diesem Projekt am Videowettbewerb von Azubi-Movie teil. Der Film von Jona und Gabriel zum Thema „Volumen und Oberfläche der Kugel“ gewann in der Kategorie beste Video-Idee. Diesen Sieg dürfen wir alle gemeinsam auf dem Holy-Festival feiern.




Präsentation der Großen Arbeit

„Heute Morgen sprach mich jemand an und sagte, die Große Arbeit sei für ihn immer das schönste Fest im Jahreslauf an der Montessori-Schule Dinkelscherben - aber es ist ja gar kein Fest, sondern eine Prüfung!“, gemahnte Schulleiterin Petra Sternegger die Gäste, die zu dieser Prüfung der Achtklässler am vergangenen Freitagnachmittag in den Pfarrsaal der Marktgemeinde gekommen waren. Dennoch sagt die Wahrnehmung ihres Gesprächspartners einiges über das aus, was die Montessori-Pädagogik ausmacht: Eine Prüfung, die wie ein Fest erscheint, weil die Prüflinge Spaß am Lernen haben und „es die einzige Prüfung ist, bei der der Schüler nur an sich selbst gemessen wird und es keine Ausreden gibt, dass die Lehrer einem zu wenig beigebracht hätten.“

 


Denn die Große Arbeit fängt schon mit der eigenständigen Wahl eines passenden Projektes am Schuljahresbeginn im Herbst an: Acht Monate lang haben die Jungen und Mädchen dann Zeit, ihre Idee auszuarbeiten, sie praktisch umzusetzen, den Weg dahin schriftlich zu dokumentieren und das ganze schließlich vor Publikum und einer Jury aus Pädagogen, Politikern sowie Vertretern der Wirtschaft zu präsentieren.

 

27 Jungen und Mädchen aus dem aktuellen Achtklässler-Jahrgang der Montessori-Schule in den Westlichen Wäldern haben das nun erfolgreich getan. Die Schule sprach von einem besonderen Jahrgang, hatten doch noch nie so viele Jugendliche die Arbeit teils Monate vor dem Abgabetermin fertiggestellt. Bandbreite und Qualität der abgelieferten Arbeiten sowie die enorme soziale und kommunikative Kompetenz, die die 13- bis 16-Jährigen beim Werken wie auch bei der Präsentation zeigten, beeindruckten Gäste und Jury. „Die große Motivation und Selbständigkeit, mit der diese jungen Menschen an die Arbeit herangehen, fällt jedes mal wieder positiv auf“, fand Erna Stegherr-Haußmann, Bürgermeisterin von Adelsried, die bereist zum vierten Mal Mitglied der zehnköpfigen, prominent besetzten Jury war.

 


 

Allen Schülern war es gelungen, ein passendes Projekt zu finden und ihre individuellen Fähigkeiten voll ausschöpfend zu realisieren. Vom Bau eines Quadrocopters (Julian) bis zum Schreiben eines Romans (Jona) reichte die Palette technischer, handwerklicher und künstlerischer Arbeiten. Einige Schüler hatten sich mit etwas beschäftigt, das sie ohnehin gerne machen - wie Hobby-Bäcker Amos, der mit einer Rosen-Torte und anderen Hochzeits-Köstlichkeiten derart punktete, dass manche Besucherin am liebsten ihn vom Fleck weg geheiratet hätten -, andere probierten bewusst etwas Neues aus, wie Patricia, die „schon immer mal nähen wollte“, es aber bisher nie umgesetzt hatte und nun als Erstlingswerk ein aufwändiges Sommerkleid ausstellte.

 

 

Lieblingsmaterial der Schüler war klar Holz: Holz für draußen (ein ebenso praktisches wie idyllisches Hochbeet mit Rankbogen von Franz) oder für drinnen (Vincent mit einer Designpreis-verdächtigen, puristischen aber arbeitsaufwändigen Schreibtischlampe). Holz spielerisch (ein Schachtisch von Ferdinand) und Holz poetisch (eine Friedensstehle von Kevin). Außerdem Holz weiblich, denn auch die Montessori-Schülerinnen sind kreative und fähige Handwerker: Jasmin hatte aus Birke und Lerche ein Bett gebaut. Und sollte Ralf aus dem Große Arbeit-Thema „Möbel aus Wildholz“ nicht seinen Beruf machen, könnte der junge Mann auch direkt als Moderator bei Radio oder TV anfangen, so unterhaltsam und professionell war seine Präsentation auf der Montessori-Bühne.

 

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